In Ihrer Hundeschule habe ich gelernt, dass Konsequenz auch mit Liebe einhergehen kann.

L. C.

Australian Shepherd-Mischling aus Bremen

 

Liebe Familie Lütjohann,

hier ist ein kleiner Bericht über meinen Lernprozess mit meinem Rüden Eirik (4 Jahre alter Australian Shepherd-Mischling), den ich Ihnen schicke als Dankeschön für Ihren unermüdlichen Einsatz darin, mich zu lehren, wie Rudeltiere ticken.

Eirik ist ein lieber Kerl, war es schon immer: verschmust, lebhaft, aufmerksam, schlau, begeisterungsfähig. In meiner Straße galt er als sehr gut erzogen. Und das war er tatsächlich - wenn er nichts Besseres vorhatte… wenn nicht grade ein anderer Hund in der Nähe war, zu dem er unbedingt hinwollte oder in der Stadt tausend Düfte seine Nase hierhin und dorthin lockten. Dann hat er nämlich wie verrückt an der Leine gezogen, sich auch bellend gegenüber anderen Rüden aufgebaut, hat ohne Leine nicht mehr auf meinen Ruf gehört – kurz, ich hatte resigniert und ihn möglichst machen lassen, was er wollte. Das trug mir von anderen Hundebesitzern oft scharfe Worte ein, da Eirik auf deren Tiere losstürmte und sie einschüchterte – er war nie wirklich aggressiv, aber die Menschen kriegten einen Schreck.

Ich dachte, mit ein bisschen Korrektur, die in der Hundeschule am Kiekutsee vorgenommen werden könnte, wäre er eigentlich ganz passabel. Als Herr Lütjohann mir bei unserer ersten Begegnung sagte, Eirik sei nicht erzogen, war das eine bittere Pille, erst recht, als er ein längeres Trainingsprogramm in Aussicht stellte, da man beim kleinen Einmaleins anfangen müsste. Ich habe mich dann dafür entschieden, da es einfach keinen Spaß machte, mit Eirik rauszugehen. Doch in den Wochen, wo er fort war und ich ihn schrecklich vermisste, habe ich oft gezweifelt und mich gefragt, ob es richtig und überhaupt nötig gewesen war, ihn in die Hundeschule zu geben …

Inzwischen ist Eirik wieder bei mir, genauso verschmust und fröhlich wie vorher. Nur mit dem Unterschied, dass er aufmerksamer, respektvoller und fast noch anhänglicher ist. Seine Lebensfreude ist ungebrochen. In den letzten Wochen habe ich viel gelernt: dass Konsequenz mit Liebe einhergehen kann zum Beispiel. Ich habe gelernt, nicht alles mögliche Menschliche auf Eirik zu projizieren, sondern vielmehr ihn als Hund zu begreifen.

Dank Ihrer Hundeschule habe ich begriffen, ...

... dass sich all die Verhaltensweisen, die mich an meinem Hund nerven, nicht weiterer Extrakurse und –tricks (und unzähliger Leckerlis!) bedürfen, sondern sich von allein erledigen, wenn ich diese kontinuierliche Autorität wahrnehme. Und das heißt, nicht mal Hü und mal Hott, sondern konsequente Verlässlichkeit in meinen Anforderungen. Und da gehören auch kleine Rituale dazu, die wir für nicht so wichtig halten, z. B. dass er nicht durch jede Tür durchstürmt, sondern davor sitzt und wartet, bis ich losgehe.

Ich habe in der Hundeschule am Kiekutsee anschließend gelernt, wie ich mich verhalten muss, damit mein Hund mich und die Regeln ernst nimmt. Das Beste war, dass ich eine sehr engagierte, sachkundige und unermüdliche Unterstützung darin erfahren habe, das umzusetzen. Das war wirklich großartig. Keine Frage war zuviel, alles wurde mit enormer Geduld, Kenntnis und Liebe von Ramona Lütjohann erklärt.

Jetzt muss ich nur noch so weitermachen. Schon jetzt nach wenigen Wochen wieder daheim lasse ich Eirik viel frei laufen, vor allem da, wo andere Hunde auch freilaufen: wenn ich rufe, kommt er zurück, selbst wenn die Hündin noch so lockt. Ich kann mit ihm wieder über Märkte und durch die Stadt gehen, ohne gezerrt zu werden. Er geht bei Fuß, wenn mir die Verkehrs-  oder Hundesituation zu unübersichtlich wird. Und es wird immer besser, je länger ich dran bleibe.

Zugegeben: am Anfang kostete das alles eine Mordsenergie, es durfte einfach nicht geschlurt werden. Aber die Belohnung ist groß: ich war noch kein einziges Mal ärgerlich auf ihn, weil es mir völlig klar ist, dass der Fehler bei mir liegt, wenn er nicht hört. Und das nicht nur theoretisch, sondern ich kann den Fehler durch die Anleitung der Hundeschule auch erfolgreich korrigieren. Konsequenz im Vorfeld ist so viel besser als ohnmächtige Wut (und Resignation) danach.

Das Einzige, was ich bedaure, ist, dass ich nicht gleich mit meinem Welpen in die Hundeschule am Kiekutsee gekommen bin, weil ich sie nicht gekannt habe.

Und wenn ich sehe, wie viel Unwissenheit in der ‚Hundeerziehung’ um mich herum demonstriert wird, dann weiß ich nicht, ob mir die Hunde oder die Menschen mehr leid tun sollen.

Besten Dank für Alles!
L. C. mit Eirik