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Problemhund?

Ich habe mal wieder gelauscht und etwas Interessantes zu berichten. Mein Menschenrudel hat heute über vermeintliche “Problemhunde” geredet. Die kenn ich gar nicht. Das muss eine ganz neue Rasse sein. Wer weiß, wo die gezüchtet werden…

Ich erzähl euch mal, worum es ging:

Immer wieder wird von “Problemhunden” gesprochen. Vermeintliche Hundetrainer und Verhaltenstherapeuten betiteln hochgeliebte Vierbeiner meiner Art als solche und versetzen dem dazugehörigen Zweibeiner einen gehörigen Schrecken.

Nicht selten wird unsere Hundeschule um Hilfe gebeten, wenn der vermeintliche “Problemhund” trotz etlicher Besuche in Hundeschulen nur unerwünschtes Verhalten zeigt.

Einige dieser Leidensfälle lerne ich dann kennen, wenn sie bei uns sind. Sie sind häufig verunsichert und wissen nicht einmal mehr, wo vorne und wo hinten ist. Sie berichten mir von diversen Trainingsansätzen, von antiautoritär bis hin zu aggressiv. Da eine gerade Linie im Umgang mit ihnen fehlte, haben manche auch schon Menschen angeknurrt oder nach ihnen geschnappt. Der eine tut das aus Unsicherheit, der andere aus einer übersteigerten Dominaz heraus.

Und eines muss ich mal ganz ehrlich sagen: Diese Hunde stellen sich nach einiger Zeit als ganz normale Kumpel heraus, die einfach nur eine klare Linie in ihrem Leben gesucht haben. Bekommen sie die Möglichkeit, sich an einem Menschen zu orientieren, der ihnen eine klare Struktur gibt und sie auch versteht, sind sie ganz feine Kerle.

Die meisten Hunde sind gar keine “Problemhunde”. Sie sind ein Produkt ihrer Umwelt und zeigen auf Grund falschen Umgangs unerwünschtes Verhalten. Wie der Umgang mit dem Hund aussieht, liegt aber bekanntlicher Weise in der Hand der Menschen. Der Hund trägt nicht die Schuld an seinem Verhalten sondern der Mensch.

Beim richtigen Umgang mit seinem Hund Hilfe zu benötigen, ist keine Schande. In vielen anderen Bereichen des Lebens zieht man ja ebenfalls externe Hilfe zu Rate.

Ein Hund lernt sein Leben lang und zu jeder Situation. Frei nach dem Motto “Lieber spät als nie” kann sich jeder Hundebesitzer diese Eigenschaft zum Vorteil machen und seinem Hund (und auch sich selbst) mehr Lebensqualität schenken. Die Wahl der Hundeschule sollte sorgfältig getroffen werden.

Ein mehrwöchiger Lehrgang und das Lesen von Fachliteratur qualifizieren nicht dazu, Hunde auszubilden. Tierliebe allein mit Sicherheit auch nicht. Jede Hundeschule, die vernünftige Qualifikationen und Erfahrungen besitzt, wird diese auch gerne vorzeigen. Dieses Verhalten hat nichts mit Angeberei zu tun, sondern damit, dem Kunden die versprochene Qualität zu belegen.

Und letztendlich sollte sich bei den Erziehungsmethoden immer die Frage gestellt werden, wie sich Hunde untereinander verhalten und erziehen und ob man mit Bestechungsleckerli und Ähnlichem diesem natürlichen Verhalten besonders nahe kommt.

Wird ein Hund artgerecht behandelt, erzogen und ausgelastet, so wird er ausgeglichen und zufrieden mit den Menschen zusammenleben. Und “Problemhunde” gibt es eher selten. Häufiger hingegen Menschen, die Hilfe im Umgang mit ihrem Hund benötigen.

Der Umgang formt eben nicht nur den Menschen sondern auch den Hund…

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